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Move your head – Gedankenbewegung in Marrakesch

Mein Leben ist weit davon entfernt sich in Routinen oder Wiederholungen zu ergehen. Für einen Langeweile-Phobiker wie mich ist das essenziell. Viele Projektideen, Reiseziele, Vorträge sind das Ergebnis spontaner Impulse. Zack! Ich habe eine klare Vorstellung und schon geht es an die Umsetzung. Manchmal aber habe ich eine brennende Idee und keinerlei Vorstellung dazu. Was dann?

Der Wald, die Bäume, gut Ding und Weile. Ach!

Vermutlich gibt es ganze Sprichwortlexika, mit deren Inhalt sich beschreiben ließe, wie es mir geht, wenn ich einen Gedanken mit mir herumtrage, der mir einfach keinen Anhaltspunkt für eine konkrete Umsetzung bieten will. Natürlich gibt es manchmal Ideen, die zwar aufploppen, aber schlichtweg beim zweiten Hinsehen nicht meine sind. Diese zu verwerfen fällt mir nicht schwer. Jene aber, von denen ich spüre, sie wollen schlüpfen und es ist alles nur eine Frage des richtigen Ausbrütens, lassen mich manchmal fast verzweifeln. Fast, wohlgemerkt.

Hier gibt es nichts zu raten, gehen Sie weiter!

Auch wenn das naheliegend scheint, wohlgemeinte Ratschläge und Tipps von außen sind für mich in solchen Phasen völlig kontraproduktiv. Mein Kopf muss es selbst gebären, dieses Bild, das mir den Weg ins Handeln weist. Da ich das mittlerweile kenne, bin ich besser darin geworden abzuwarten. Zudem kann ich mich auf ein Phänomen verlassen, dass mich bisher bei jeder meiner Reisen begleitet hat. So auch zuletzt in Marokko. Ich kann es nicht planen und noch weniger kann ich planen, zu welcher „Idee auf Halde" mir eine Erleuchtung kommen wird. Sicher ist nur, dass es irgendwann leuchtet, blitzartig, glasklar und oft erheiternd banal.

Andere Welten, andere Wahrnehmung.

Vielleicht ist es genau das, was mein Gehirn immer wieder braucht und sucht und weshalb ich tief in mir diesen Reisetrieb fühle. Der Blick in fremde Kulturen, vollkommen andersartige Lebenskonzepte, Wohnräume und Sozialgeflechte; all das ist ein wohltuender Brandbeschleuniger für das Synapsenfeuer rund um meine Lebenslieblingsfrage „Wie kann ich das umsetzen?". Es ist eine Neugier, die ich schon als Kind hatte; ich komme immer wieder darauf zurück.

Reisen macht meinen Kopf frei.

Wobei es vermutlich treffender ist zu sagen, dass es meine Gedanken öffnet. Also be-freit, in dem Sinne, dass mir plötzlich Lösungen in den Sinn spazieren, die zuvor einfach nicht greifbar waren. Ich war kaum ein paar Stunden in Marrakesch, da traf ich mich in einer Art Mehrkulturenhaus mit einer ortsansässigen Mentaltrainerin, die ich noch gar nicht kannte (Ergebnis einer klassischen Spontan-Janis-Facebook-Aktion). Es war irre laut, irre bunt, irre lebendig und irre belebend. Waren es die Farben? Die Gerüche? Die Musik? Die inspirierende Begegnung? Ich kann es euch nicht sagen. Es war jedenfalls nicht ein Nachdenken oder Konzentrieren und Sinnieren, was mir während meines Marokkoaufenthalts die innere Tür für ein nächstes Projekt öffnete. Plötzlich war einfach klar, wo und mit wem ich weitergehe. Und – so viel verrate ich euch schon – das neue Vorhaben wird euch richtig große Freude bereiten!

Wenn du weißt, was du brauchst, kannst du sein, der du bist.

Um ein Leben zu leben, in dem das eigene Schaffenspotenzial voll zur Entfaltung kommen kann, ist es notwendig zu erkennen, was wir wirklich brauchen. Was ist nur Attitüde? Übernommen? Statusfixiert? Anerzogen? Und was setzt echte Prozesse in uns in Gang? Bei mir ist es das Reisen und die damit verbundene Möglichkeit, mich mit Menschen zu verbinden, meine unendliche Neugier auf „das andere" zu stillen. Was brauchst du, um deinem Wesenskern gerecht zu werden? Was ist der Brandbeschleuniger in deinem Synapsenfeuer? Verrate es gerne im Kommentar, ich bin gespann!

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© 2020 Janis McDavid