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Geht nicht gibt’s. Und jetzt?

Nachdem ich jüngst einen hoch system- und milieuanalytischen Film gesehen hatte, verließ ich das Kino mit einem massiven Gefühl der Frustration. Hätte mich jemand in diesem Augenblick gefragt, wie ich den Film finde, wäre meine Antwort „Mist!" gewesen, obwohl er so kraftvoll und gut gespielt war. Natürlich habe ich diesem Unbehagen gründlich nachgespürt – ganz unabhängig vom Film.  

Und die Moral von der Geschicht​?

Nein, ich brauche kein Happy End in Filmen. Es darf rau und nah und schonungslos zugehen, weil Leben auch jenseits von Ponyhofwunschkonzertzuckerschlecken ist. Leben ist ohne Filter. Das war dieser Film auch, keine Frage. Großes, ungebremstes Kino. Mein Unmut knüpfte sich einfach an die Frage: was wollt ihr mir sagen? Was mir mit auf den Weg geben? Wozu das alles? Damit ich Verständnis entwickle? Damit ich schockiert oder „aufgerüttelt" das Kino verlasse? Diesen Unmut und diese Frage kenne ich auch von anderen Filmen. Auch von Büchern oder z.B. Vorträgen oder Interviews. Sie lassen mich betroffen und mit einem Gefühl völliger Ohnmacht zurück. Ja, und nun?  

Keine Lösung ist auch keine Lösung

Ich stehe nicht morgens auf um zu denken: Heute ist ein herrlicher Tag zum Kapitulieren. Zack – Fokus auf alles Schlechte, Unabänderliche, Beklemmende, Bedrohliche. Was bitte soll aus einer solchen Fokussierung entstehen? Das Gefühl keine Handhabe, keine Spielräume, kein Möglichkeiten zu haben, ist das lebenserstickendste, was uns treffen kann. Eine künstlich positive Haltung, die die Realität(en) ignoriert und mit anapplaudiertem Tschakka-Optimismus daherkommt, ist ebenso weit weg von allem, was motiviert. Mir ist bewusst, dass es vieles gibt, was ohne Ideal- oder Patentlösung auskommen muss. Doch selbst, wenn es die Lösung nicht gibt, halte ich es für extrem wichtig, Menschen nicht am toten Punkt des (Mit)Leids einfach stehen zu lassen.  

Vom Mut in der Mitte des Tunnels

Unwirksam zu sein löst Ohnmacht aus. Mir war schlagartig klar, wie wenig ich damit anfangen kann und mag, wenn mir allerMut genommen wird. Wenn es keine Idee, keinen Ansatz, ja nicht einen Funken Möglichkeit gibt, dass etwas anders sein oder sich anders entwickeln kann. Weil ich selbst es anders mache, meinen Blickwinkel verändere, meinen Fokus verschiebe. In der Mitte des Tunnels ist nichts vom Licht zu ahnen. Und mag sein, dass der Tunnel ungeahnt lang ist. Aber ob und wie ich aus dem Tunnel finden kann, werde ich nur dann herausfinden, wenn ich den Mut hab mitten im Tunnel in Möglichkeiten und nicht in Unwirksamkeit zu denken.  

Mit welchem Gefühl gehen wir nach Hause​?

Betroffenheit und Verständnis können Augenöffner sein. Wichtige Augenöffner. Doch ob sie uns zum Handeln ermutigen oder in ausweglose Starre versetzen, ist der für mich entscheidende Faktor. Ich könnte täglich Frustrationspostings in die Welt schicken, über nervig hohe Bordsteinkanten und die so oft zugeparkten, abgesenkten an Straßenmündungen (und es nervt mich kolossal!). Könnte Klagelieder verbreiten über alles, was noch nicht erfolgt ist in Sachen Barrierefreiheit. Könnte euren und meinen Fokus darauf richten, was mir alles ohne Arme und Beine verwehrt ist. Am Ende jeden Vortrags könnte ich schließen mit den Worten: „Es ist viel zu tun und einfach kein Ende in Sicht!" und meine Schultern hängen lassen. Ja, und nun?  

Stillstand ist der Tod

Das Wort „Inspiration" kommt aus dem Lateinischen (inspiratio = Einhauchung), in der Medizin bezeichnet es das Einatmen. Wenn wir in Schrecken und Schmerz eintauchen, uns konfrontieren mit leidvollen Erlebnissen, dann bleibt uns die Luft weg, verschlägt es uns den Atem oder wir halten ihn selbst an. Blieben wir in dieser Betroffenheit stecken, ist der Ausgang gewiss: kein Atmen, kein Leben. Toter Punkt, keine Option.

Das Leben trifft uns. Oft mitten ins Herz. Berührbarkeit ist eine der beeindruckendsten menschlichen Qualitäten. Ich ziehe sie der Betroffenheit vor. Berührung bewegt. Bewegung ist Leben. Ob im Kino, in Büchern, in Vorträgen oder im Gespräch: ich will bewegt werden, nicht erstickt. Das ist das Bewusstsein, mit dem ich als Speaker auf eine Bühne gehe. Den Funken zu setzen für das Licht – wo auch immer im Tunnel wir gerade stehen.

Was hat dich zuletzt im besten Sinne wirklich bewegt?

Coverfoto: Katy Otto

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© 2020 Janis McDavid