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Business as (not) usual

Vielleicht bin ich da  richtig old school: Mit jemandem ein Geschäft zu machen bedeutet für mich, miteinander eine klassische Geben-und-nehmen-Beziehung einzugehen. Man will etwas von- und miteinander, auf Augenhöhe. Dass dabei Verstand, Emotion und Intuition ihren ausgewogenen Anteil haben, ist die Basis jeden ehrlichen Geschäfts.

Was bisher geschah

Wie ihr wisst hatte ich nie den Plan Speaker zu werden oder „eine Person des öffentlichen Lebens“. Ich bin dem gefolgt, was sich gut und richtig angefühlt hat; habe Herausforderungen angenommen und überraschende Möglichkeiten ausprobiert, die mich Schritt für Schritt dorthin haben wachsen lassen, wo ich heute stehe. Lebensgefühl statt Karrierekalkül. Dabei überwogen immer die positiven Erfahrungen und Begegnungen. Ich habe schon so oft darüber geschrieben, wie stark mein Zugehen auf Menschen in Wechselwirkung mit ihrem Zugehen auf mich stand (und steht).

Mir war und ist bewusst, dass es strukturell bedingte Benachteiligung gibt, auch wenn ich selbst gefühlt davon wenig erlebt habe. Es gibt sie allerorten, sei es nun beim Thema Entlohnungsunterschiede von Männern und Frauen (Gender-Wage-Gap), sei es bei den beruflichen Chancen von Menschen mit Migrationshintergrund und/oder einkommensschwacher Herkunft. Ja, und natürlich innerhalb der Community der Menschen mit Behinderung.

Behinderte und Behindernde

Grundsätzlich, auch das wisst ihr längst, hasse ich Menschenplakatierung mit Begriffen wie z.B. „behindert“, aber heute möchte ich ihn bewusst nutzen und vor allem sehr wörtlich nehmen. Er soll ja zum Ausdruck bringen, dass Menschen ge- oder behindert darin sind, etwas zu tun. Ich möchte aus aktuellem Anlass, um den Blickwinkel erweitern, betonen, dass „Behinderung“ nicht zwingend das ist, was ein Mensch selbst mitbringt, sondern was ihm von außen widerfährt. Was alles möglich ist, wenn man nicht von sich selbst oder einem anderen darin behindert wird, zeigen unzählige Facetten jedes Lebens. Letztlich ist mensch exakt so behindert, wie man ihn behindert und wir sind so stark, wie wir bestärkt werden.

Du solltest dankbar sein

Was also ist der aktuelle Anlass, von dem ich eben sprach? Back to business. Mit meiner wachsenden Expertise, der größer werdenden Reichweite und den zahlreichen Referenzen steigen auch die Anfragen derer, die eine Marketing-Kooperation suchen. So weit, so schön, so normal. Ein Produkt oder eine Dienstleistung zu bewerben, das (mich) begeistert, ist naheliegend. Frappierend ist hingegen, mit welcher Selbstverständlichkeit Firmen an mich herantreten und annehmen, ich würde als Werbepartner weniger kosten, am liebsten sogar gar nichts. Die offenbar vom Honorar gleich einen Geldbetrag pro fehlendem Arm und Bein abziehen (obwohl es genau diese Merkmale sind, die mich als „besonderen Partner“ so sexy machen. Irrwitziger geht es nicht).

Anfangs habe ich das wirklich nicht kapiert. Ich habe wirklich nicht kapiert, was in diesen Köpfen vor sich geht, so abstrus schien es mir! Doch an diesem Punkt wird genau die Denke offenbar, die ich vehement demaskieren, deren Absurdität ich ein ums andere Mal deutlich und sichtbar machen will! Für mich und für jeden Menschen, der mit diesem Welt- und Menschenbild konfrontiert ist:

  • „Sei dankbar, dass jemand wie du die Chance erhält!“
  • „Schau mal, das nützt doch dann allen Behinderten, ist also für einen guten Zweck.“
  • „Jemanden wie dich zu nehmen, ist ja nicht selbstverständlich.“

Und so weiter und so fort. Geringschätzung as its best.

WTF?

Jemand wie ich? Soll dankbar sein, wenn andere meine Reichweite, meine Expertise, meine Persönlichkeit nutzen möchten? Was genau im Mittelteil hab ich da verpasst?

Ich bin jeden Tag dankbar. Für das Leben und seine Fülle, für meine Freunde und Familie, meinen Wohlstand, meine Gesundheit, meine Möglichkeiten, meinen Beruf, die Arbeit für und mit inspirierenden Menschen. Jeden Tag. Aus Freude daran! Ich schätze Gemeinschaftssinn und Miteinander, beteilige mich an sozialen Projekten, Charity, gebe meine Stimme für andere. Immer auf dem Boden gegenseitiger Wertschätzung. Aus Freude daran.

Das also ist nicht der Punkt!

Ich werde wütend, wenn mir unter dem Deckmäntelchen des Wohlwollens platte Diskriminierung begegnet. Wenn ein Auftrag als Almosen an mich verstanden wird.  

Um mit der Unterschiedlichkeit von Menschen umzugehen, haben wir zwei Möglichkeiten. Nämlich die, eine Schieflage, ein Gefälle zu betonen bzw. zu erzeugen (durch Gönnerhaltung, Almosenattitüde, Geringschätzung). Perfiderweise kommt dieses Verhalten gern noch als „gute Tat“ daher.

Oder wir begeben uns in eine Haltung des Respekts, der Augenhöhe, der gegenseitigen Wertschätzung. Gibst du mir, geb ich dir – ausgewogen und angemessen. Nicht mehr und nicht weniger. Win-Win, wie es so schön heißt.

There’s show business and no business

Mein bestes Leben zu leben hat bis heute immer nur eines gemeint: ganz und gar ich selbst sein zu dürfen. Meine und andere Grenzen sowohl auszuloten als auch anzuerkennen. Möglichkeiten zu schaffen, zu entdecken, zu kreieren. Ja, ich bin anders als andere. Ja, genau darin bin ich einer von knapp 8 Milliarden.

Wann verstehen wir es? Dass der Unterschied unsere Gleichheit ist; dass „gleiche Möglichkeiten haben“ nichts anderes heißt als „jeder darf etwas anderes brauchen“; dass Behinderung nur dort herrscht, wo behindert wird; dass in jeder Beziehung, ob geschäftlich oder privat, immer in der Wertschätzung und der Augenhöhe der Schlüssel zum Überwinden von Grenzen ist.

Nein, ich höre nicht auf von einer Welt zu träumen und an einer Welt mitzuwirken, die verstehen will. Lieber mach ich no business, als falsches show business.

Coverfoto: Max Arens

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© 2021 Janis McDavid