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Blick ins Buch: Dann heul doch! Bitte.

Mitleid ist grausam. Denn es macht deutlich, wer am Boden liegt und wer die Zügel in der Hand hat. Dass es gesellschaftlich dennoch einen guten Ruf genießt, beruht meines Erachtens auf einem großen Missverständnis und als Großherzigkeit getarnter Ignoranz. Drei Desillusionierungen zu einer Tugend, die keine ist.

Welches Gefühl taucht in dir auf, wenn du dir vorstellst, dass jemand dich bemitleidet? Oder du um Mitleid bittest? Welches Bild von dir hast du da im Kopf? Erhobenes Haupt? Gerader Rücken? Oder spürst schon beim Gedanken, wie sich deine Schultern nach unten ziehen, du die Augen niederschlägst. Wie gerne wirst du bemitleidet, auf einer Skala von eins bis zehn? Meine Antwort kenne ich: Null!

01 | Mitleid schafft Hierarchien

Augenhöhe? Fehlanzeige. Mitleidige Blicke haben eine klare Richtung – von oben nach unten. Während es sich relativ gut anfühlt, Mitleid zu zeigen, fühlt es sich unangenehm an, es zu erhalten. Jeder Mensch, der schon einmal Ziel von Mitleid war, kennt das fiese Gefühl; denn wer Mitleid erhält, weiß sich offensichtlich nicht selbst zu helfen, ist ohnmächtig, handlungsunfähig, wehrlos, ein Almosenempfänger. Wie auch immer diese aussehen mögen (Taten, Worte, Münzen). Wer Mitleid empfindet bringt zum Ausdruck: ich bin hier, wo es gut ist und du bist dort, wo es schlecht ist. Es ist  genau diese Bewertung, die das Gefälle schafft.

02 | Mitleid bewertet

Der arme Junge! Das ist ja schrecklich! Das muss ja furchtbar sein! Mitleid stempelt Menschen zu Opfern; selbst die, die gar keine sind oder sein wollen. Spätestens an diesem Punkt offenbart sich die große Schwäche des Mitleids im Gegensatz zur Empathie, zum Mitgefühl. Denn Mitleid sieht ausschließlich durch die eigene Brille, bringt die eigene Weltanschauung ins Spiel und interessiert sich dabei herzlich wenig für die Wirklichkeit des Gegenübers. Auf diese Weise offenbart es übrigens sehr schön, wo unsere eigenen Ängste liegen. Ihr könnt euch vorstellen, wie oft ich in meinem Leben mit dem Stempel „Keine Arme und Beine! Was für eine schlimme Behinderung!“ versehen wurde (und werde). Dabei lebe ich aktiv, abenteuerlustig und herrlich rasant. Jeder Tag macht mir Spaß, ich kann tun, was ich tun will. Geht mehr? Bin wirklich ich behindert? Oder ist die Sichtweise jener behindert, die sich Lebensfreude nur in Körpern mit Gliedmaßen vorstellen können?

03 | Mitleid verstärkt Leid

Wer Mitleid walten lässt reduziert eine akute Not, lindert einen Schmerz, entbindet von einer Last. Es ist ein Pflaster, das nichts heilt. Aber Lösungen bietet es nicht. Wenn ein Kind weinend auf dem 3-Meter-Brett steht, weil es so viel Angst vor dem Sprung hat, wird Mitleid sagen: „Komm runter, du musst nicht springen, hör auf zu weinen“. So behält die Angst ihre Macht, das Kind die Angst vor dem Sprung und es bekommt keine Unterstützung, um eine für sich selbst stimmige und bekömmliche Strategie zu entwickeln, den Sprung doch zu wagen – und mit diesem Sprung zu wachsen und vor allem die Freude des Erfolgserlebnisses zu ernten. Mitleid zementiert Hilflosigkeit, weil es anderen die Selbstwirksamkeit abspricht.

Bitte versteh mich nicht falsch: Natürlich möchte ich nicht, dass man das Kind vom 3-Meter-Brett mit Gewalt ins Wasser schupsen soll. Keineswegs!

Respekt und Würde stehen und fallen mit der eigenen Selbstwertschätzung und Eigenverantwortung.

Dann heul doch, wenn du Angst hast

Statt Mitleid, können wir dem Kind auch Mitgefühl und Unterstützung anbieten. Denn anders als Mitleid, bezieht sich Mitgefühl tatsächlich auf das Gegenüber und bewahrt dabei die Augenhöhe. Mitleid erträgt keine anderen Emotionen, es will Tränen wegwischen, gerne schnell. Mitgefühl versteht, warum der andere Mensch weint und warum diese Tränen angebracht und berechtigt sind (z.B. aus Angst vor dem Sprung). Mitgefühl ist menschlich, deshalb kann es die Emotion des anderen aushalten, im wahrsten Sinne des Wortes (da)beistehen und offen sagen „Ja, heul ruhig, wenn du Angst hast, denn das ist normal. Und wenn du ausgeweint hast, reden wir über Wege“. Mitgefühl kann erst einmal das annehmen, was ist.

Mitgefühl macht möglich

Mitgefühl ist ein Möglichmacher. Die Fähigkeit die Gefühls- und Gedankenwirklichkeit eines anderen Menschen wahrzunehmen, verhindert bewertende Plaketten und schafft Raum für Lösungsmöglichkeiten. Hier sind Respekt und Würde beheimatet; das Vertrauen in die Fähigkeiten jedes Menschen, für sich den richtigen Weg zu finden. Mitgefühl unterstützt die Selbstwirksamkeit einer anderen Person und damit trägt es bei zu Wachstum, Entwicklung und Erfolgserlebnissen, die der andere sich auf seine eigene Fahne schreiben und deshalb genießen darf.

Es zeugt nicht von Größe, für jemanden die Kartoffeln aus dem Feuer zu holen; es ist Anmaßung die Situation eines anderen als „schlimm, grausig, furchtbar“ zu bewerten; es ist traurig, wenn wir die Entfaltung anderer ausbremsen, weil unser Mitleid ihren Wachstumsschmerz nicht aushält.

Wenn es also irgendetwas gibt, was wir uns alle gehörig sparen können, dann unser Mitleid. Ein bestes Leben ist reich an Empathie und Wertschätzung – für dich selbst und die Welt um dich herum.

Mitleider oder Mutmacher? Welche Entscheidung triffst du ab jetzt?

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© 2021 Janis McDavid