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Abenteuer mit ziemlich besten Freunden (Peru 2)

Der Startschuss zur Verwirklichung meines Traumes ist abgefeuert. Das Abenteuer kann beginnen. Jetzt muss es konkreter werden. Also mal gut überlegen, wie das funktionieren kann: durch den peruanischen Dschungel über die Anden, hoch bis auf 4600 Höhenmeter. Ich habe zwar weder Arme noch Beine, dafür aber zwei ziemlich beste Freunde.

Ziemlich starke Freunde

Torsten und Sven sind Triathleten. Kräftig, fit und genauso verrückt wie ich. Irgendwie schaffen wir es trotzdem, einen Plan zu machen: Nachdem wir sämtliche Transportmöglichkeiten ausgeschlossen haben – ich bin zwar nicht groß, aber in ein Kleinkind-Tragegestell passe ich einfach nicht – denken wir uns bei der Idee eines Trecking-Rucksacks fest.

Unvergesslich: der Gesichtsausdruck des Verkäufers im angesagten Outdoor-Equipment-Store. „Ihr seid doch bekloppt“ platzt es aus ihm heraus, als mich Torsten und Sven in den abenteuerbereiten Touren-Rucksack packen.

Abmarsch zum Testen und Trainieren: Im Elbsandsteingebirge kristallisiert sich schnell heraus, dass unsere Peru-Tour trotz guter Kondition meiner Träger eine extreme Herausforderung wird. Minimale Zweifel auf meiner Seite: Kann ich fünf ganze Tage in einem Wanderrucksack sitzen?

Endlich haben wir den Pass erreicht!

Alles prima ab Lima

Eine weitere große Ungewissheit unseres Abenteuers Peru, das mich vor Ort nochmals zum Grübeln bringt, liegt in dem gewaltigen Höhenunterschied. Wie werden wir in der dünnen Luft klarkommen? Ab 2500 Meter befällt Menschen, die nicht in dieser Region heimisch sind, gerne mal die Höhenkrankheit. Besonders bei körperlicher Aktivität. Das Risiko für meine beiden Träger, die immerhin eine Zusatzlast von 30 Kilo Janis plus Rucksack-Gewicht zu schleppen haben, bedrückt mich etwas. Mir hingegen wird alleine vor Aufregung schwindlig, was ich umgehend durch Hamsterkäufe kompensiere. Als wir, nach ein paar Tagen der Eingewöhnung, am 17. Juli aufbrechen, habe ich bereits die erste Regel „maximal 7 Kilo“ in meine Versorgungstasche zu packen, gebrochen.

Höhe liegt mir nicht im Blut

Erster Tag: strahlender Sonnenschein, tolles Bergpanorama, wir bewegen uns einem schneebedeckten Berg zu. Wie ich diese Natur- und Panorama-Aussichten liebe! Mittags kommen wir in unserer ersten Unterkunft an. Wir haben bereits 3900 Meter erreicht und atmen Abenteuer pur.

Euphorisiert vom Aufbruch, wollen wir am Nachmittag direkt noch zu einem See auf 4200 Meter Höhe wandern. Nach einer Weile bemerken Sven und Torsten, dass ihnen die Höhe doch etwas zu schaffen macht. Wir sind kurz davor, die Tour abzubrechen. Kurz entschlossen springt unser Guide ein. Er ist dort aufgewachsen und hat mit der Höhe kein Problem. Sein Körper produziert einfach mehr rote Blutkörperchen, die den Zellen Extraportionen Sauerstoff liefern. Mein Körper macht das ganz offensichtlich nicht: Am nächsten Tage quälen mich Kopfschmerzen und leichte Übelkeit. Ich bin völlig erschöpft. Dabei liegt am zweiten Tag unserer Tour ein schwieriger Abschnitt vor uns. Wir müssen über den Salkantay-Pass.

Bei Minusgraden unterm Sternenhimmel schlafen: Wir übernachten in Glas-Iglus bevor es weiter Richtung Machu Picchu geht.

Klug mit Kräften haushalten

Der Salkantay-Trek schlängelt sich in atemberaubenden Höhen durch die Anden – bis hoch auf 4630 Meter. Weil das Gelände immer unwegsamer wird, müssen wir im wahrsten Sinne des Wortes umsatteln: Unsere Pferde tragen uns sicher über den steilen Geröllpfad. Allerdings muss ich mir einen Sattel mit unserem Wegbegleiter teilen, da ich mich nicht alleine auf dem Pferd halten kann. Sattel gab es allerdings nur für eine Person, was gelinde gesagt „etwas unbequem“ ist. Es geht vergleichsweise glimpflich ab. Wir haben sogar noch richtig Glück. Einen Tag später und wir wären mitten in ein heftiges Schneegestöber geraten. Kaum auszudenken: Denn der eisige Wind und die dünne Luft wirken nicht besonders einladend. Fest steht: Wir müssen am gleichen Tag noch 1900 Meter runter zur nächsten Übernachtungsstätte. Ein weiterer Grund, weshalb wir aufs Pferd kamen. Sven und Torsten brauchen ihre Kräfte für den Abstieg.

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© 2020 Janis McDavid